EEG – Elektroenzephalographie
Was ist ein EEG?
Die Elektroenzephalographie (EEG) ist ein schmerzfreies, nicht-invasives Verfahren zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Über kleine Elektroden, die auf der Kopfhaut angebracht werden, werden die Hirnströme aufgezeichnet und als Wellenmuster auf einem Bildschirm dargestellt.
Das Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen (Neuronen), die ständig elektrische Signale austauschen. Diese elektrische Aktivität lässt sich an der Kopfoberfläche ableiten und gibt Aufschluss über den Funktionszustand des Gehirns.
Wann wird ein EEG durchgeführt?
Ein EEG wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Störung der Hirnfunktion besteht. Typische Gründe für eine EEG-Untersuchung sind:
- Abklärung von epileptischen Anfällen oder Verdacht auf Epilepsie
- Bewusstseinsstörungen oder unklare Bewusstlosigkeit
- Unklare passagere neurologische Ausfälle, z.B. vorübergehende Sprach-, Seh- oder Sensibilitätsstörungen
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, insbesondere bei Verdacht auf Demenz
- Verlaufskontrolle bei bekannter Epilepsie unter medikamentöser Therapie
- Nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma zur Beurteilung der Hirnfunktion
Wie funktioniert ein EEG?
Vorbereitung
Vor der Untersuchung werden kleine Elektroden mit einer leitfähigen Paste auf der Kopfhaut befestigt. In unserer Praxis verwenden wir ein digitales EEG-System eines deutschen Herstellers (Inbetriebnahme 2026), das eine präzise Aufzeichnung ermöglicht. Die Anbringung der Elektroden ist schmerzfrei.
Ablauf der Untersuchung
Die eigentliche Messung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Während der Aufzeichnung liegen Sie entspannt mit geschlossenen Augen auf einer Liege. Im Verlauf der Untersuchung werden verschiedene Provokationsmethoden eingesetzt:
- Augen öffnen und schließen – zur Beurteilung der Grundaktivität
- Hyperventilation – verstärktes Atmen über einige Minuten, um bestimmte Hirnaktivitätsmuster hervorzurufen
- Fotostimulation – rhythmische Lichtreize mit einer Blitzlampe, um die Reaktion des Gehirns auf visuelle Reize zu prüfen
Diese Provokationen sind wichtig, weil bestimmte Auffälligkeiten (z.B. epilepsietypische Muster) erst unter diesen Bedingungen sichtbar werden.
Auswertung
Die aufgezeichneten Hirnströme werden als Kurven dargestellt und von der Fachärztin ausgewertet. Dabei werden Frequenz, Amplitude und Form der Wellen beurteilt sowie nach krankhaften Mustern gesucht.
Welche EEG-Verfahren bieten wir an?
- Ruhe-EEG – Standarduntersuchung im wachen, entspannten Zustand
- Provokations-EEG – mit Hyperventilation und Fotostimulation zur Erhöhung der diagnostischen Aussagekraft
Welche Diagnosen sind mit einem EEG möglich?
Epilepsie und epileptische Anfälle
Das EEG ist das wichtigste diagnostische Verfahren bei Epilepsie. Es kann epilepsietypische Potentiale (Spikes, Sharp Waves, Spike-Wave-Komplexe) nachweisen und hilft bei der Unterscheidung verschiedener Epilepsieformen sowie bei der Therapieplanung und Verlaufskontrolle.
Enzephalopathien
Diffuse Hirnfunktionsstörungen, z.B. durch Stoffwechselerkrankungen, Medikamentenwirkungen oder Entzündungen, zeigen sich im EEG als Verlangsamung der Grundaktivität.
Demenzielle Erkrankungen
Bei Verdacht auf Alzheimer-Demenz oder andere demenzielle Erkrankungen kann das EEG Hinweise auf den Schweregrad der Hirnfunktionsstörung geben.
Bewusstseinsstörungen
Das EEG hilft bei der Beurteilung von Bewusstseinsstörungen und kann zwischen verschiedenen Ursachen (epileptisch, metabolisch, strukturell) differenzieren.
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Nein. Das EEG ist eine völlig schmerzfreie und risikolose Untersuchung. Es werden keine elektrischen Ströme in den Körper geleitet – die Elektroden messen lediglich die natürliche elektrische Aktivität des Gehirns. Die Untersuchung kann beliebig oft wiederholt werden.
Vorbereitung auf die Untersuchung
- Waschen Sie Ihre Haare am Tag der Untersuchung, verwenden Sie aber kein Haarspray, Gel oder Haaröl
- Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein, sofern nicht anders vereinbart
- Informieren Sie uns über alle Medikamente, die Sie einnehmen
- Bei Epilepsie-Patienten: Bitte bringen Sie Ihren Anfallskalender mit
Hier können Sie einen Termin für eine EEG-Untersuchung vereinbaren
Letzte Aktualisierung: 2026-03-06
