Schlaganfall-Nachsorge

Schlaganfall-Nachsorge

Ein Schlaganfall (Hirninfarkt oder Hirnblutung) ist ein neurologischer Notfall, der in der Akutphase im Krankenhaus behandelt wird. Die NeuroPraxis Kleinmachnow übernimmt die ambulante Nachsorge nach einem Schlaganfall mit dem Ziel, einen erneuten Schlaganfall zu verhindern und die Rehabilitation zu begleiten.

Symptome eines Schlaganfalls (Erkennung)

Folgende Symptome können auf einen Schlaganfall hindeuten und erfordern den sofortigen Notruf (112):

  • Plötzliche einseitige Lähmung oder Taubheit (Gesicht, Arm, Bein)
  • Plötzliche Sprachstörung oder Sprachverständnisstörung
  • Plötzliche Sehstörung (Doppelbilder, Gesichtsfeldausfall)
  • Plötzlicher starker Schwindel mit Gangunsicherheit
  • Plötzlicher sehr starker Kopfschmerz
Warning

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112 an. Jede Minute zählt.

Ursachen

  • Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall, ca. 80 %) – Verschluss eines Hirngefäßes durch ein Blutgerinnsel
  • Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall, ca. 20 %) – Einblutung ins Hirngewebe
  • TIA (Transitorische ischämische Attacke) – vorübergehende Durchblutungsstörung mit vollständiger Rückbildung der Symptome innerhalb von 24 Stunden. Eine TIA ist ein Warnsignal und erfordert dringend eine neurologische Abklärung.

Risikofaktoren

  • Bluthochdruck (wichtigster Risikofaktor)
  • Vorhofflimmern
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Rauchen
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Verengung der Halsschlagadern (Carotisstenose)

Diagnostik in der Nachsorge

  • Neurosonographie (Carotis-Duplex-Sonographie) – Ultraschall der Halsschlagadern zur Beurteilung von Gefäßverengungen und Plaques
  • Neurologische Untersuchung – Beurteilung verbliebener Defizite und des Rehabilitationsfortschritts
  • EEG – bei Verdacht auf epileptische Anfälle nach Schlaganfall
  • Laboruntersuchungen – Kontrolle von Risikofaktoren (Blutzucker, Cholesterin, Gerinnungswerte)
  • Verlaufskontrollen – regelmäßige Ultraschallkontrollen der Halsgefäße

Behandlung (Sekundärprävention)

Medikamentöse Sekundärprävention

  • Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. ASS, Clopidogrel) – bei ischämischem Schlaganfall
  • Antikoagulation (z.B. Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban) – bei Vorhofflimmern
  • Statine – zur Senkung des Cholesterinspiegels
  • Antihypertensiva – optimale Blutdruckeinstellung
  • Antidiabetika – bei Diabetes mellitus

Rehabilitation

  • Physiotherapie (Motorik, Gang, Gleichgewicht)
  • Logopädie (Sprache, Schlucken)
  • Ergotherapie (Alltagsfähigkeiten, Feinmotorik)
  • Neuropsychologie (kognitive Rehabilitation)

Lebensstiländerungen

  • Rauchstopp
  • Regelmäßige Bewegung
  • Gesunde Ernährung (mediterrane Kost)
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Stressreduktion

Verlaufskontrolle

  • Regelmäßige neurologische Untersuchungen
  • Ultraschallkontrollen der Halsgefäße (Neurosonographie)
  • Kontrolle und Optimierung der Risikofaktoren
  • Anpassung der Medikation

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Letzte Aktualisierung: 2026-04-12