Restless Legs Syndrom

Was ist das Restless Legs Syndrom?

Das Restless Legs Syndrom (RLS, Syndrom der unruhigen Beine) ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen unangenehmen Bewegungsdrang in den Beinen gekennzeichnet ist, der vor allem in Ruhe und abends/nachts auftritt. RLS ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft etwa 5–10 % der Bevölkerung.

Symptome

  • Unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen, seltener auch in den Armen
  • Missempfindungen: Kribbeln, Ziehen, Reißen, Brennen tief in den Beinen
  • Beschwerden treten in Ruhe auf (Sitzen, Liegen) und bessern sich durch Bewegung
  • Verschlechterung am Abend und in der Nacht
  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen
  • Periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS)
  • Tagesmüdigkeit und Erschöpfung als Folge des gestörten Schlafs

Ursachen

Primäres (idiopathisches) RLS

  • Häufigste Form, oft familiär gehäuft
  • Genetische Veranlagung (mehrere Risikogene identifiziert)
  • Störung des Dopaminstoffwechsels im Gehirn

Sekundäres RLS

  • Eisenmangel – häufigste behandelbare Ursache (auch bei normalem Hämoglobin kann der Ferritinwert zu niedrig sein)
  • Niereninsuffizienz – besonders bei Dialysepatienten
  • Schwangerschaft – vorübergehend, bildet sich nach der Geburt meist zurück
  • Polyneuropathie – kann RLS-Symptome auslösen oder verstärken
  • Medikamente – Antidepressiva (SSRI), Neuroleptika, Antihistaminika können RLS verschlechtern

Diagnostik

  • Ausführliche Anamnese – die Diagnose wird klinisch anhand der typischen Symptome gestellt
  • Neurologische Untersuchung – Ausschluss einer Polyneuropathie
  • Laboruntersuchungen – Ferritin (Eisenspeicher), Transferrinsättigung, Nierenwerte, Schilddrüsenwerte, Vitamin B12
  • Nervenleitgeschwindigkeit (ENG) – bei Verdacht auf begleitende Polyneuropathie
  • Ggf. Polysomnographie – Schlaflaboruntersuchung bei unklaren Fällen (Überweisung)

Behandlung

Behandlung der Ursache

  • Eisensubstitution bei Ferritin unter 75 µg/l (oral oder intravenös)
  • Absetzen oder Umstellung RLS-verschlechternder Medikamente
  • Behandlung einer Grunderkrankung (Niereninsuffizienz, Polyneuropathie)

Medikamentöse Therapie

  • Dopaminagonisten (z.B. Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin-Pflaster) – Mittel der ersten Wahl bei moderatem bis schwerem RLS
  • Gabapentinoide (Pregabalin, Gabapentin) – Alternative, besonders bei schmerzhaftem RLS
  • L-Dopa – nur bei intermittierenden Beschwerden in niedriger Dosis (Augmentationsrisiko)
  • Opioide (z.B. Oxycodon/Naloxon) – bei therapierefraktärem RLS

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

  • Regelmäßige moderate Bewegung (kein intensiver Sport am Abend)
  • Schlafhygiene (regelmäßige Schlafzeiten, kühles Schlafzimmer)
  • Vermeidung von Koffein und Alkohol am Abend
  • Beinmassagen, Wechselduschen

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Letzte Aktualisierung: 2026-04-12